Notebook mit SSD anstelle einer HDD betreiben
Letzte Woche habe ich meinen neuen ASUS N73SV Notebook mit I7 Prozi, 8GB RAM, 2x500GB HDD sowie Win Seven Ultimate 64bit erhalten! Schon bei der Bestellung wusste ich, dass ich (endlich) auch den Umstieg auf die schnellere, stromsparendere SSD machen will. Also habe ich mir gleich eine 120GB Vertex SSD mitbestellt. Wie es heute so ist, erhält man ja nur noch sehr selten die DVDs dazu um das System zu restoren. Alles ist wie immer auf der primären HDD gespeichert. So habe ich nun alles vor mir gehabt, den Notebook und die SSD, und habe mich gefragt, wie ich nun den Disk-Wechsel vollziehen soll.
Mein Wunsch
Ich will mit möglichst wenig Aufwand vor dem ersten Start des Computers die HDD durch eine SSD austauschen. Dabei möchte ich wenn immer möglich auf das mühsame Brennen der sechs DVDs, welche für meinen Notebook nötig sind, verzichten.
Meine Lösung
Okay, ehrlich gesagt habe ich gut einen halben Tag investiert und herum probiert um eine geeignete Lösung zu finden. Da ich Euch (und auch mir) nur eine funktionierende Lösung aufzeigen will, werde ich die nicht soooo erfolgreichen Versuche weg lassen oder teilweise ganz kurz anschneiden.
Voraussetzungen
- Das Gerät enthält die Recovery-Daten auf derselben Disk wo sich auch das Betriebssystem befindet. Meist ist diese Partition versteckt und nur z.B. im Gerätemanager (Datenträgerverwaltung) sichtbar.
- Es wird ein Partitions-Tool benötigt um Partitionen zu kopieren, verändern usw. Ich selbst habe mich für “Acronis® Disk Director® 11 Home” entschieden, da ich mit den Produkten von Acronis schon seit Jahren nur gute Erfahrungen gemacht habe.
Und los gehts!
Hier nun also die Step-by-Step Anleitung, wie ich meinen Notebook von einer HDD auf die SDD “gepimpt” habe:
Notebook-Umbau die Erste
Um die Partitionen usw. kopieren zu können, habe ich bei meinem Notebook die leere Harddisk ausgebaut und an deren Stelle die neue SSD eingebaut. Zur Sicherheit habe ich den Strom sowie den Akku während der Schrauberei entfernt. Natürlich hätte ich auch die SSD mittels externem Gehäuse oder über eSATA anschliessen können.
Partitionen kopieren
Um die Partitionen zu kopieren habe ich mir “Acronis® Disk Director® 11 Home” auf meinem alten Notebook installiert und von dort aus eine Boot-CD mit dem Disk Director gebrannt.
Nun habe ich meinen neuen Notebook das erste Mal aufgestartet um gleich mit F2 ins BIOS zu gelangen. Dort habe ich dann kurz die Boot-Reihenfolge geändert damit der Notebook zuerst von meiner CD-ROM startet und so direkt in den Disk Director gelangt, was auch nach dem “Save & Exit” erfolgte.
Sobald der Disk Director gestartet war, habe ich zuerst mal die SSD initialisiert damit sie überhaupt brauchbar ist. Dann habe ich alle Partitionen der Betriebssystem-HDD auf die leere SSD kopiert. Dabei habe ich die Grösse der versteckten Partition belassen wie sie ist. Die Partition des Betriebssystems musste ich natürlich ordentlich verkleinern, da die SSD ja “nur” 120 GB hat und die vorinstallierte HDD 500 GB aufweist.
Notebook-Umbau die Zweite
Nachdem nun die SSD soweit vorbereitet war, habe ich nun die SSD an der Stelle der “alten” Betriebssystem-HDD eingebaut. Ja, dieser Schritt ist eigentlich überflüssig da ich im BIOS einfach die Disk 1 (=zweite Disk, da Nullbasiert) als Boot-Disk hätte einstellen können. Doch hier habe ich wohl auch einige Monk-Gene in mir drin die es nicht zulassen, dass mein noch jungfräuliches System ab der zweiten Disk bootet und nicht ab der Ersten.
Nun habe ich die im Schritt “Notebook-Umbau die Erste” entfernte HDD, welche ja leer sein sollte, in den noch freien Disk-Slot eingebaut.
Und jetzt noch die Unterseite schliessen, alle Schrauben unterhalb der Tastatur wieder eindrehen und die Tastatur einsetzen. Schon ist der Computer bereit für den ersten Start direkt ab SSD.
Der erste Startversuch
Als übermütiger Optimist habe ich natürlich gleich mal probiert Windows Seven direkt zu starten. Natürlich aber (noch) ohne Erfolg…
Zuerst habe ich nun die Boot-Reihenfolge umgestellt damit er ab der Vertex SSD bootet. Nun gleich nochmals einen Restartversuch, doch auch dieser Versuch war noch kein echter Erfolg. Zwar kam der Windows Start Screen kurz zum Vorschein aber danach erhielt ich die Meldung, dass wohl Hardware-Veränderungen vorgenommen wurden und deshalb Win7 nicht gestartet werden konnte.
Als neuen Anlauf startete ich meinen Computer nochmals mit der Disk Director CD um dann die versteckte Partition sichtbar zu machen und diese zu aktivieren. Nochmals ein Neustart und jetzt startete die ASUS Systemwiederherstellung problemlos. Hier noch kurz ausgewählt wie ich die Systemwiederherstellung haben will (nur eine Partition für das OS) und dann ganz viel Geduld bis die Partition soweit hergestellt war. Dann endlich! Der Recovery war fertig und ich startete meinen Note-
Zweimal wollte ich schon fast die Wieder-herstellung abwürgen weil diese über mehrere Minuten kein Prozent mehr weiter sprang. Dank meiner Freundin, welche über wesentlich mehr Geduld verfügt als ich, sass ich dann aber doch einfach weiter vor dem Monitor und übte mich in Geduld.
book nochmals neu. Und siehe da, das Windows wurde sauber gestartet und es wurden zusätzliche Hardware-Treiber installiert. Dann wieder ein von ASUS erzwungener Restart, dann wieder, und wieder, und wieder… Einmal mehr dachte ich schon, jetzt ist da eine Endloschleife drin beim Start von Windows Seven. Und einmal mehr musste mir meine Freundin gut zureden, dass ich das System einfach mal arbeiten liess. Dann plötzlich! Der Grafikkarten-Treiber war nach dem x-ten Neustart geladen! Jetzt wusste ich, dass das System keinen Hänger hat. Scheinbar lässt ASUS das System bei der automatisierten Treiber- und Software-Installation nach jedem Setup einfach mal neu starten.
Der erste Start von Windows Seven
Endlich, gefühlte Stunden später, zeigte mein Rechner plötzlich den Assistenten an, welcher normalerweise beim ersten Start eines neuen Rechners angezeigt wird. Nun konnte ich, wie von den neuen Geräten gewohnt, meine Einstellungen wie Sprache, Land, Tastatur, Zeit usw. vornehmen. Und nach einigen wenigen Klicks und nochmals einer kleinen Geduldsprobe bis der Desktop eingerichtet war, hatte ich ein voll funktionsfähiges System.
Die ersten Erfahrungen mit der SSD
Was bringt denn eigentlich so eine SSD? Diese Frage habe ich mir natürlich auch gestellt, und deshalb habe ich meinen Notebook vor der grossen Umbau-Aktion mal mit der Standard-HDD gestartet und dabei die Zeit bis zum Login-Screen gemessen: 36.1 Sekunden. Nun, nachdem der Umbau auf die SSD abgeschlossen war, wagte ich mich an eine neue Zeitmessung. Das Resultat war schon ganz beachtlich: 20.5 Sekunden, was einer Einsparung von knapp 16 Sekunden (=43%) bedeutet. Nicht schlecht Herr Specht!
Einige SSD-Optimierungen
Gemäss eines Artikels aus dem PCtipp habe ich noch einige Einstellungen am Betriebssystem geprüft und angepasst damit die SSD nicht durch unnötig viele Schreibvorgänge misshandelt wird. Hier ein Auszug der gemachten Änderungen:
- Daten (Dokumente, Bilder, Videos, Musik, …) werden auf die “normale” HDD gespeichert. Hierfür habe ich die Spezialordner meines Benutzerkontos (Eigene Dokumente, Eigene Bilder, Eigene Videos, Downloads, …) mittels Eigenschaften -> Pfad -> Verschieben auf die zweite Festplatte umgezogen.
- Defragmentierung deaktiviert
- Index-Dienst für die Ordner der SSD deaktiviert, und dafür die Daten-Ordner der HDD eingebunden.
Fazit
Jeder, der meine Anleitung bis hier hin gelesen hat, wird sich vielleicht fragen, ob sich der Aufwand denn wirklich lohnt, um eine SSD anstelle einer HDD einzusetzen.
Ich habe jetzt ein Wochenende mit meinem neuen Notebook gearbeitet, gespielt und gebastelt und ich mein Fazit ist klar: Nie mehr ein Notebook ohne SSD!
In diesem Sinne wünsche ich allen viel Glück und “happy hacking!”


Super Beitrag ,
ich hab auch dieses Notebook.
Welche SSD haben sie verwendet ? Die Vertex 2 oder 3 ?
Kann das N73SV SATA III ?
Gruss , Torsten
Danke für den Kommentar.
Ich habe die Vertex 2 eingesetzt, da ich nach wirklich laaaangem Suchen
irgendwo in einem Whitepaper gelesen habe, dass der N73SV (nur) über
SATA II verfügt. Gib doch ein Feedback ob die Anleitung bei Dir so
funktionierte wenn Du dann den Wechsel auch vollzogen hast.
Gruss Renzo
Hoi Renzo,
) kaufen… Aber eine externe USB HDD oder mein 32GB Stick in Kombination dazu haben bis jetzt immer gereicht!
ganz guter Beitrag, merci!
Auch ich habe ja bekanntlich schon länger mein HP ElitBook mit i7 6GB RAM mit einer Intel 160GB SSD umgerüstet. Leider haben diese Geräte aber nur einen einzigen HDD Schacht, dh. man könnte einen “DVD-Ersatz Additional Docking Bay” (sind die Dinger deshalb so teuer??
Aber ganz klar auch mein Fazit: nie mehr eine Gerät ohne SSD! hat mir schon Stunden an Zeit gespart, ich werde so das Pensionsalter (mind. das virtuelle) also wider allen Erwartungen wohl doch noch erreichen
schöne Oobe
Hallo,
vielen Dank für deine super Anleitung.Habe das gleiche Notebook und die selbe Idee gehabt. Es lief alles super. Allerdings habe ich die Win7-Partition nicht kopiert sondern nur die versteckte Recovery-Partition. Nach drücken von F9 konnte ich daraus auf die leere Partition der neuen SSD problemlos alles instalieren. Dauerte nur ca. 17 mal Neustart. Vielen Dank. Dein Artikel war eine riesige Hilfe und Acronis lief problemlos.
Stefan
Das freut mich wenn Dir mein Beitrag geholfen hat. Und danke für den Tipp, dass das Kopieren der Recovery-Partition reicht. So kann man sich schon wieder ein- oder zwei Kaffee sparen
Hey,
die Seite hab ich gesucht. Ich hab nur folgendes Problem. Acronis erkennt meine ssd nicht. Jetzt häng ich bei dem Thema Partition kopieren. Ich hoffe hier kann mir noch einer helfen.
Die ssd ist eine OCZ Agility 3.
Hallo,
Danke für die super Anleitung. Ich möchte nun auch so vorgehen. Die Recoverypartition werde ich aber weglassen. Ich will nur die normale Partition clonen.
Meine Frage:
Startet bei Dir auch das Mini-OS?
Kleiner Tip:
Sollte das System nach dem clonen nicht starten, einfach eine Win7 DVD einlegen, System reparieren und den MBR neu schreiben. Fixmbr